Fachkräftemangel in der Sicherheitsbranche: Auswirkungen auf Ihr Unternehmen
Sie beauftragen einen Sicherheitsdienst — und der schickt Ihnen Personal, das gestern noch an der Supermarktkasse stand. Klingt übertrieben? Für Unternehmen, die den günstigsten Anbieter gewählt haben, ist das Realität. Der Fachkräftemangel im Sicherheitsgewerbe trifft nicht nur die Dienstleister — er trifft vor allem deren Kunden.
Kurz zusammengefasst: Die deutsche Sicherheitswirtschaft meldet rund 25.000 unbesetzte Stellen (BDSW, 2025). Die Fluktuation liegt bei über 30 % jährlich. Für Auftraggeber bedeutet das: Wer nur auf den Preis schaut, riskiert unqualifiziertes Personal am Werkstor. Fragen Sie nach Ausbildungsquoten, Fluktuationsraten und der Dauer der Betriebszugehörigkeit.
Wie groß ist der Fachkräftemangel wirklich?
Das private Sicherheitsgewerbe in Deutschland beschäftigt rund 270.000 Menschen (Destatis, 2025). Der BDSW schätzt den aktuellen Bedarf auf zusätzlich 25.000 Fachkräfte. Besonders betroffen: qualifizierte Einsatzleiter, Fachkräfte für Schutz und Sicherheit (IHK-Ausbildungsberuf) und Sicherheitsmitarbeiter mit Sachkundeprüfung nach §34a GewO.
Die Ursachen sind strukturell. Der Branchenmindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 14,25 Euro pro Stunde — das macht den Beruf für Quereinsteiger wenig attraktiv, wenn man Schicht- und Wochenendarbeit einrechnet. Gleichzeitig steigt die Nachfrage: Mehr Unternehmen lagern Sicherheit aus, das KRITIS-Dachgesetz schafft neue Pflichten, und Veranstaltungen nach der Pandemie binden Personal.
Was bedeutet der Mangel für Auftraggeber?
Drei konkrete Risiken, die wir bei Unternehmen sehen, die ihren Sicherheitsdienst rein nach Preis ausgewählt haben:
Häufiger Personalwechsel: Wenn jeden Monat ein anderer Mitarbeiter am Empfang steht, kennt er weder die Abläufe noch die Mitarbeiter. Er weiß nicht, dass Halle 3 montags früher öffnet oder dass der Geschäftsführer des Nachbarunterrnehmens regelmäßig über den Parkplatz läuft. Dieses Wissen entsteht durch Kontinuität — nicht durch Rotation.
Fehlende Qualifikation: Die §34a-Sachkundeprüfung ist das gesetzliche Minimum für Bewachungstätigkeiten. Aber „Minimum“ heißt eben: Grundlagenwissen. Für Werkschutz, Brandwache oder den Umgang mit Alarmtechnik braucht es deutlich mehr. Wenn ein Dienstleister händeringend Personal sucht, sinkt die Hemmschwelle, auch unterqualifizierte Bewerber einzusetzen.
Überlastung der verbleibenden Kräfte: Wenn Stellen unbesetzt bleiben, verteilen sich die Schichten auf weniger Köpfe. Das führt zu Überstunden, Erschöpfung und — im schlimmsten Fall — zu Aufmerksamkeitsverlust genau in dem Moment, in dem es drauf ankommt.
Woran erkennen Sie einen Dienstleister mit stabiler Personaldecke?
Fünf Fragen, die Sie im Vergabegespräch stellen sollten — und die ein guter Dienstleister ohne Zögern beantwortet:
- Wie hoch ist Ihre Fluktuationsquote? Branchendurchschnitt: über 30 %. Gute Unternehmen liegen unter 15 %. Bei Kulig Security liegt sie bei 9 % — weil wir in Ausbildung und faire Bezahlung investieren.
- Wie lange ist Ihr Personal durchschnittlich im Unternehmen? Ein Team, das seit drei Jahren zusammenarbeitet, braucht keine Einarbeitung mehr.
- Bilden Sie selbst aus? Wer den Nachwuchs selbst ausbildet, ist weniger abhängig vom Arbeitsmarkt. Kulig Security bildet seit über 20 Jahren Fachkräfte für Schutz und Sicherheit aus.
- Wie stellen Sie die Vertretung bei Krankheit sicher? Ein Springer-Pool aus geschulten Mitarbeitern — oder hektisches Telefonieren am Vorabend?
- Zahlen Sie über Mindestlohn? Wer nur Mindestlohn zahlt, bekommt Mitarbeiter, die beim nächsten Angebot wechseln.
Warum trifft der Mangel ländliche Regionen besonders?
In Ballungsräumen wie München oder Nürnberg konkurrieren Sicherheitsunternehmen mit Amazon-Lagern, Lieferdiensten und der Gastronomie um dieselben Arbeitskräfte. Auf dem Land ist die Situation anders: Hier gibt es weniger Bewerber — aber auch weniger Konkurrenz um sie.
Für Sicherheitsunternehmen mit regionaler Verwurzelung ist das ein Vorteil. Wer seit 30 Jahren in Mittelfranken aktiv ist, hat ein Netzwerk, einen Ruf und Mitarbeiter, die in der Region leben und bleiben. Ein bundesweit agierender Dienstleister schickt dagegen oft Personal aus anderen Regionen — mit entsprechender Fluktuation.
Welche Gegenmaßnahmen wirken?
Aus Sicht eines Sicherheitsunternehmens mit über 30 Jahren Erfahrung: Drei Ansätze funktionieren nachweislich.
Faire Vergütung: Unsere Sicherheitsmitarbeiter verdienen deutlich über dem Branchenmindestlohn. Das ist eine bewusste Entscheidung — sie kostet mehr, aber sie zahlt sich aus in niedrigerer Fluktuation und höherer Einsatzqualität.
Eigene Ausbildung: Jedes Jahr bilden wir Fachkräfte für Schutz und Sicherheit aus. Die meisten bleiben nach der Ausbildung im Unternehmen. Das ist der nachhaltigste Weg, den Personalmangel zu mildern.
Technik als Entlastung: Wo Sicherheitstechnik Routineaufgaben übernimmt — etwa Videoüberwachung statt permanenter Begehung — kann das vorhandene Personal für anspruchsvollere Aufgaben eingesetzt werden. Technik ersetzt keinen Menschen, aber sie multipliziert seine Reichweite.
Häufige Fragen zum Fachkräftemangel
Wird der Fachkräftemangel in der Sicherheitsbranche schlimmer?
Ja. Der BDSW prognostiziert, dass bis 2028 rund 35.000 Stellen unbesetzt bleiben könnten — durch steigende Nachfrage (KRITIS-Dachgesetz, Veranstaltungssicherheit) bei gleichzeitig geringer Ausbildungsquote.
Kann ich als Auftraggeber etwas gegen den Personalmangel tun?
Indirekt ja: Wählen Sie Ihren Sicherheitsdienstleister nicht nach dem günstigsten Preis. Faire Vertragsbedingungen und realistische Stundensätze ermöglichen dem Dienstleister, Personal angemessen zu bezahlen und zu halten.
Wie wirkt sich Personalmangel auf die Sicherheitsqualität aus?
Direkt. Häufiger Personalwechsel, unzureichende Einarbeitung und überlastete Mitarbeiter senken die Aufmerksamkeit und die Kenntnis betrieblicher Abläufe. Das Risiko von Sicherheitslücken steigt messbar.
Schützen Sie Ihr Unternehmen.
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Jede Zusammenarbeit beginnt mit einem Gespräch. Erzählen Sie uns von Ihrem Unternehmen, und wir sagen Ihnen ehrlich, wie wir helfen können.
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